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AWS-Exit: Cloudkosten von 50.000 € auf 10.000 € gesenkt

everysize ist die einzige Suchmaschine im deutschen Web, die Sneaker zu Bestpreisen in der Wunschschuhgröße findet. Gegründet als Bootstrapping-Start-up, heute mit über 2 Millionen zufriedenen Kunden. Statt ihr Wachstum in AWS-Listenpreise zu verbrennen, hat das siebenköpfige Team gemeinsam mit We Manage über 1,5 Jahre den Cloud-Exit zu Hetzner durchgezogen — und zahlt heute ein Fünftel der ursprünglichen Cloudkosten.

Die Eckdaten im Überblick

80 %

Cloudkosten-Reduktion durch AWS-Exit in die Hetzner Cloud.

günstiger: jährliche Server-Kosten von 50.000 € auf 10.000 € gesenkt.

1,5 Jahre

kontrollierte Migration ohne Downtime, parallel zum Live-Betrieb.

"We Manage ist für uns ein optimaler Partner zur zuverlässigen Unterstützung unserer Web Applikationen und das 24/7.
Neben kompetenter und zuverlässiger Beratung sind wir vor allem für die schnelle und direkte Kommunikation dankbar."

Bild von Eugen Falkenstein von Everysize.com
Eugen Falkenstein
CEO, Everysize GmbH
Illustration: Überlasteter Mitarbeiter

Vom Bootstrapping-Erfolg zur AWS-Falle

everysize ging 2017 in der Vox-Sendung „Höhle der Löwen" auf Sendung — und holte sich trotz Verriss durch die Promi-Investoren einen inoffiziellen Traffic-Rekord und einen Rekordgewinn ab. Die Gründer um Eugen Falkenstein investierten den Großteil ihrer Einnahmen danach konsequent in IT-Infrastruktur statt in Marketing.

Wie viele Start-ups starteten sie bei AWS. Doch über die Jahre verdoppelten sich die Fixkosten — bei nahezu gleichem Ressourcenbedarf. Das Bootstrapping-Modell vertrug diese Kostenkurve nicht. Es brauchte einen Cloud-Exit.

3 Gründe, warum everysize aus AWS ausgestiegen ist

Bei Bootstrapping-Geschäften mit kalkulierbaren Workloads sind die Vorteile großer Public Clouds schnell kleiner als ihr Preisschild.

Eskalierende Fixkosten

Fünfstellige AWS-Monatsrechnungen bei nahezu gleichbleibendem Ressourcenbedarf — die immer komplexeren Preismodelle führten zu einer Kostenverdopplung über zwei Jahre, ohne Mehrwert.

Vendor-Lock-in

AWS-spezifische Managed Services machten den Wechsel teuer und blockierten die Verhandlungsposition. Multi-Cloud-Tauglichkeit war im ursprünglichen Design nie vorgesehen.

Service-Provider-Falle

Die alte Agentur wuchs, die Abläufe wurden formeller. Aus partnerschaftlicher Beratung wurde Ticket-Abarbeitung — gut gemacht, aber nicht das, was ein Bootstrapping-Startup auf Augenhöhe braucht.

Unser Vorgehen: Scheidung auf Raten

Statt eines Big-Bang-Migrationswochenendes haben wir den Cloud-Exit über 1,5 Jahre Workload-für-Workload durchgezogen. So blieb der Live-Betrieb durchgehend stabil.

Migration zu Hetzner

Über 1,5 Jahre haben wir die everysize-Server von AWS in die Hetzner Cloud umgezogen — strukturiert, ohne Downtime, mit kontinuierlichem A/B-Vergleich der Performance.

Eigener MySQL-Cluster

Was AWS RDS für everysize lieferte, haben wir auf Hetzner als hochverfügbaren MySQL-Cluster nachgebaut — performant und etwa 10× günstiger im Monatsbetrieb.

URL-Shortener für Social Media

Ein eigener URL-Shortener auf Hetzner ersetzt teure SaaS-Dienste, ohne Tracking-Beschränkungen oder externe Abhängigkeiten.

24/7-Operations

Vom Probeauftrag an läuft Monitoring, IT-Sicherheit, Patching und Skalierung rund um die Uhr — Probleme werden meist gelöst, bevor everysize sie selbst bemerkt.

Bei was hilft We Manage?

Der Tech-Stack im Überblick

Hosting: Hetzner Cloud & Google Cloud
OS: Ubuntu LTS
CDN: Cloudflare & BunnyCDN

Wir nutzen konsequent Ansible zur Automatisierung der Server-Konfiguration.

Die Elasticsearch-Suchmaschine von everysize läuft auf unseren Managed Cloud Servern. Teile des Backends sind mit Symfony umgesetzt — den Symfony-Stack bieten wir auch anderen Kunden als Managed Service an.

Technologien

  • nginx

  • ElasticSearch

  • Symfony

  • PHP

  • Redis

  • MySQL

  • MongoDB

  • Docker

  • ClickHouse

Anwendungen

  • Airbyte

  • MySQL Cluster

  • URL Shortener

  • VPN

  • Metabase

Illustration: Support-Team

Volle Kontrolle über die digitale Wertschöpfungskette

Dank des hohen Automationsgrads arbeitet die Sneaker-Suchmaschine heute zuverlässiger als vor der Migration. In Notfällen muss Eugen Falkenstein keine Dienstleister mehr in Aktion versetzen — Probleme werden proaktiv gemeldet und meist im selben Atemzug gelöst, auch nachts oder am Wochenende.

Neue Ideen sind in Wochen umgesetzt statt in Monaten. everysize hat die Bewegungsfreiheit zurück, die kleine Digital-Unternehmen gegenüber Großkonzernen ausspielen können.

Die Ergebnisse aus 1,5 Jahren Migration

Der Cloud-Exit hat sich für everysize doppelt gelohnt: deutlich geringere Kosten und gleichzeitig bessere Performance.

5× günstiger

Jährliche Server-Kosten von 50.000 € auf 10.000 € — bei gleichbleibender oder besserer Performance der Sneaker-Suche.

Wochen statt Monate

Neue Features und Experimente landen heute innerhalb weniger Wochen im Markt — die Leichtfüßigkeit eines kleinen Digital-Unternehmens ist zurück.

Proaktive Operations

We Manage meldet Probleme nicht — wir lösen sie. Auch nachts und am Wochenende, ohne dass jemand bei everysize aktiv werden muss.

Vorschau der Everysize Case Study

Die ganze everysize-Story als PDF

Cloud-Exit von AWS zu Hetzner über 1,5 Jahre — Methodik, Zahlen und Lessons Learned aus erster Hand.

  • Wie wir den AWS-Stack Workload-für-Workload migriert haben
  • Welche AWS-Services Hetzner nicht hat — und wie wir sie nachgebaut haben
  • Warum asynchrone Zusammenarbeit besser läuft als Jour-fixe-Meetings

Fazit

Mit 24/7-Managed-Operations, Hetzner-Cloud-Infrastruktur und einer Sparring-Partnerschaft auf Augenhöhe ist everysize bereit für die nächsten Wachstumsphasen — vom Marktplatz-Aufbau über die CMS-Modernisierung bis zur möglichen internationalen Expansion.

Du zahlst auch fünfstellige AWS-Rechnungen und fragst dich, ob das so bleiben muss? Lass uns sprechen.

Häufige Fragen

Was wir oft zu AWS-Exit, Cloud-Migration und Multi-Cloud-Strategien gefragt werden — beantwortet aus der everysize-Migration und vergleichbaren Projekten.

Wie viel Cloudkosten lassen sich durch einen AWS-Exit sparen?

Bei Bootstrapping-Unternehmen mit kalkulierbarem Workload sind 60 bis 90 % Reduktion realistisch. everysize hat 80 % gespart — von 50.000 € auf 10.000 € pro Jahr. Voraussetzung ist, dass AWS-spezifische Managed Services entweder selbst nachgebaut oder durch alternative Provider-Services ersetzt werden können.

Wie lange dauert eine Cloud-Migration von AWS zu Hetzner?

Für everysize haben wir 1,5 Jahre eingeplant und gebraucht — Workload-für-Workload, ohne Big-Bang und ohne Downtime. Maßgebliche Faktoren sind die Komplexität der bestehenden Architektur, das parallel-laufende Live-Geschäft, die Anzahl AWS-spezifischer Services und die Datenmenge. Wer deutlich schneller migriert, riskiert Performance- oder Verfügbarkeits-Einbrüche.

Welche AWS-Services sind auf Hetzner nicht direkt verfügbar?

Hetzner bietet keine direkten Pendants zu AWS RDS, S3, Lambda, ElastiCache oder Managed Kubernetes. Diese Services müssen selbst betrieben werden — bei everysize haben wir z. B. einen MySQL-Cluster auf Hetzner-Servern selbst aufgesetzt. Vorteil: rund 10× günstiger als RDS bei vergleichbarer Performance. Nachteil: der Operations-Aufwand fällt nicht weg, sondern verlagert sich zum Cloud-Partner.

Wann lohnt sich ein eigener MySQL-Cluster gegenüber AWS RDS?

Bei Workloads mit weitgehend konstanter Last und einer Plattform-Architektur, die Multi-Cloud-fähig bleiben soll. RDS rechnet pro Compute-Stunde plus Storage plus IOPS — bei stabilem Bedarf summieren sich diese Posten schnell auf einen Faktor 10 gegenüber einem self-managed Cluster auf Hetzner. Bei unvorhersehbarem Auto-Scaling-Bedarf bleibt RDS einfacher.

Wie organisiert man die Zusammenarbeit zwischen interner Crew, Dev-Agentur und Cloud-Partner?

Bei everysize läuft die Kommunikation zwischen Eugen Falkenstein (intern), der Entwicklungsagentur Intradesys und We Manage (Operations) primär asynchron über Slack und E-Mail — ohne klassische Jour-fixe-Meetings. Das gibt jedem Beteiligten Fokus und Ruhe zum Antworten und produziert in der Summe bessere Entscheidungen als spontane Calls. Voraussetzung: Vertrauen und klare Rollen.

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